Die Sperrnächte – Deine Vorbereitung auf die Rauhnächte

Ein stimmungsvoll eingerichtetes Fenstersims mit Kerzen, Räucherwerk und Notizbuch. Ein ruhiger Ort zur Vorbereitung auf die Rauhnächte.
Das Wichtigste in Kürze: Die Sperrnächte, meist vom 8. bis 20. Dezember, sind eine Zeit des Innehaltens und Loslassens. Sie bereiten dich auf die magische Zeit der Rauhnächte vor und helfen dir, Altes bewusst abzuschließen, um mit Klarheit ins neue Jahr zu gehen.

Wenn der Dezember langsam dunkler wird und die Welt zur Ruhe kommt, beginnt eine Übergangszeit, die kaum jemand bewusst wahrnimmt – die Sperrnächte. Sie gelten als die stillen Tage vor der Wintersonnenwende, an denen das Licht am schwächsten und die Dunkelheit am tiefsten ist. Doch gerade in dieser Tiefe liegt eine besondere Kraft: die des Loslassens und der bewussten Vorbereitung auf die Rauhnächte. Für mich fühlt es sich an, als würde das Jahr einmal tief ausatmen. Genau dort beginnt meine Vorbereitung auf die Rauhnächte.

Während die Rauhnächte Raum für Wünsche, Träume und Visionen öffnen, stehen die Sperrnächte für das bewusste Abschließen. Sie laden dich ein, das Jahr innerlich zu „sperren“, alte Themen zu beenden, dich zu reinigen und Platz zu schaffen für das, was kommen darf.

Warum Loslassen vor den Rauhnächten so wichtig ist

Die Rauhnächte werden oft als Zeit der Wünsche und Visionen beschrieben. Und ja, das stimmt. Aber wenn innerlich noch zu viele offene Tabs laufen, fühlt sich diese „magische Zeit“ schnell eher wie ein weiterer Punkt auf der To-do-Liste an.

Loslassen in den Sperrnächten ist weniger ein Ritual als eine innere Entscheidung. Es bedeutet nicht, dass du dein ganzes Jahr aufarbeiten musst. Es bedeutet eher: Du gibst deinem Nervensystem das Signal: Es ist okay. Wir müssen nicht alles festhalten. Und genau dadurch entsteht Platz für Intuition, Träume und neue Impulse.

Für mich sind die Sperrnächte deshalb wie das leise Aufräumen vor einem Neubeginn: nicht perfekt, nicht riesig – aber genau so, dass ich wieder Luft bekomme.

Was sind die Sperrnächte?

Die Wurzeln der Sperrnächte reichen weit zurück in das germanisch-keltische Brauchtum. Sie markieren die dunkelsten Tage des Jahres kurz vor der Wintersonnenwende. In dieser Zeit ruhten die Arbeiten: Felder wurden „gesperrt“, Werkzeuge weggeräumt, Tiere in den Stall gebracht und Häuser winterfest gemacht. Alles, was zum alten Jahr gehörte, wurde abgeschlossen. So entstand die symbolische Bedeutung dieser Zeit: das Alte darf ruhen, damit das Neue geboren werden kann. Die Sperrnächte gelten als Vorbereitung auf die Rauhnächte. Sie sind eine Zeit, in der du dich bewusst auf deine Rituale, Kräuter und Intentionen einstimmst.

Traditionell dauern die Sperrnächte vom 8. bis 20. Dezember. In manchen Regionen wurden sie als Tage der Reinigung und Vorbereitung gesehen, bevor mit der Wintersonnenwende (am 21. Dezember) das Licht langsam zurückkehrt. Diese „Sperrung“ war also kein Ende, sondern eine Einladung, innezuhalten, bevor die magischen Rauhnächte beginnen.

Wenn du möchtest, kannst du diese Zeit nutzen, um dich selbst zu fragen:
Was darf ich abschließen?
Welche Themen oder Gefühle möchten in Frieden kommen?
Was ist reif, um losgelassen zu werden?

Vorbereitung auf die Rauhnächte

Die Sperrnächte sind eine Zeit der Reinigung und Klärung. Sie erinnern uns daran, dass Loslassen nicht nur äußerlich geschieht, sondern auch in uns. So wie Bauern einst ihre Geräte wegräumten, kannst du in dir selbst Ordnung schaffen: alte Glaubenssätze, Sorgen, unerledigte Gedanken. Alles darf zur Ruhe kommen.

Viele Menschen spüren in diesen Tagen den Wunsch nach Stille oder Rückzug. Vielleicht ziehst du dich abends früher zurück, zündest eine Kerze an oder nimmst dir ein paar Minuten zum Atmen. Genau das ist der Sinn dieser Zeit: in Verbindung mit dir selbst kommen, um bewusst das Alte zu verabschieden.

Manche nutzen kleine Rituale – das Räuchern der Räume, das Schreiben eines Abschiedsbriefes an das alte Jahr oder das bewusste Danken für alles, was war. Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen. Schon ein Moment der Achtsamkeit kann ausreichen, um den Übergang spürbar zu machen.

Praktische Tipps für die Sperrnächte

Diese einfachen Handlungen helfen dir, die Energie des alten Jahres sanft zu verabschieden. Du bereitest damit den Boden für die innere Ruhe, die du in den Rauhnächten brauchst.

Deine Intention für die Rauhnächte setzen

Wenn das Alte gegangen ist, entsteht Raum für Neues. Noch bevor die Rauhnächte beginnen, kannst du dich fragen:
Was wünsche ich mir für die kommende Zeit?
Welche Energie möchte ich mit ins neue Jahr nehmen?

Deine Intention muss nicht perfekt formuliert sein, sie darf sich entwickeln, so wie das Licht, das nach der Wintersonnenwende langsam zurückkehrt. Es reicht, sie in deinem Herzen zu halten, vielleicht als stilles Versprechen an dich selbst.

So werden die Sperrnächte zu einem Tor zwischen den Welten: dem Vergangenen und dem, was kommen darf. Du schließt das Alte mit Dankbarkeit, um das Neue mit Vertrauen zu empfangen. Bleib offen für die Stille dieser Tage, sie ist die sanfte Schwelle zu einer neuen Zeit.

Begleite mich im nächsten Artikel: Utensilien für die Rauhnächte – Kräuter, Räucherwerk und mehr. Hier erfährst du, wie du dich mit den passenden Helfern auf diese besondere Zeit einstimmen kannst.

Mehr zum Thema:

Bis zum nächsten Mal,

Deine Malinhe